Am Samstag, 6. Juni 2026, hat die oeku zusammen mit der theologischen Fakultät der Universität Bern die Veranstaltung «Wild glauben. Über die Zukunft der ökologischen Spiritualität» durchgeführt. Die Leitfragen der Referate und Podiumsdiskussion waren: Was heisst wild glauben? Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse aus deiner eigenen theologischen Auseinandersetzung mit der ökologischen Spiritualität? Welche lebensdienlichen (alltäglichen, spirituellen) und nachhaltigen Glaubenspraktiken und Handlungen ergeben sich daraus?
- Sarah Bach ging auf das «Paradox of Practice» ein: Ein Individuum kann keine Strukturen verändern. Ein Kollektiv kann Strukturen verändern. Ein Kollektiv ist auf individuelle Beteiligung angewiesen.
- Michael Pfenninger erklärte den Unterschied zwischen grüner und dunkelgrüner Religionen: Die grüne Religion versuche klassische Motive der Theologie angesichts der Krisen der Gegenwart ökologie-bewusst und ökologie-sensibel auszulegen. Dunkelgrüne Religionen sehe die Natur als heilig an, es komme zu einer Re-Sakralisierung der Natur.
- Manuel Perucchi erzählte von der Wild-Church-Bewegungen aus den USA und stellte die theologisch-kulturellen Vordenker:innen Thomas Berry, Richard Rohr und Victoria Loorz vor.
- Niklaus Bayer brachte die Praktiken von Joanna Macy und seine Version davon ein:
- Die Verbundenheit mit allem wahrnehmen
- Die Wunden der Welt berühren und seinen Schmerz dabei beachten
- Die Wirklichkeit in neuem Licht sehen
- Mitwirken an der neuen Erde aus der Verbundenheit heraus.
Bei der Podiumsdiskussion wurde deutlich, wie breit die Ökospiritualität ist und dass alle Zugänge eine individuelle und kollektive Ebene haben können. Sich damit auseinanderzusetzen, kann Kraftquelle und Trost sein. Angesprochen wurde der theologische Umgang mit den Ambivalenzen der Natur-Verbundenheit, welche auch die Brutalität und das Leid in sich haben muss. In der kirchlichen Jugendarbeit fliesst Ökospiritualität ein, wird aber nicht zwingend als solche betitelt.
Schliesslich hielten Pierre-Philippe Blaser (EKS) und Florence Quinche (SBK) je ein Grusswort zu «40 Jahre oeku» und hoben die Wichtigkeit unseres Vereins und die konstruktive Zusammenarbeit hervor.












